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Echtholz-Bindings selbst herstellen

(1)in diesem kleinen Ratgeber möchte etwas zur Umsetzung eines handgearbeiteten Griffbrettbindings beitragen. (Zwar im elektrischen Ratgeber - funktioniert aber analog auch bei den akustischen Instrumenten)
Nicht jeder hat sofort von null auf hundert eine komplett eingerichtete Werkstatt samt Fräse etc. zur Verfügung.
Das sich ein schönes Echtholzbinding auch relativ easy mit vertrauten Handwerkzeugen legen lässt werde ich hier Schritt für Schritt zeigen.

Ausgangspunkt zu diesem Beitrag ist folgende Situation:

- Hals ist in Endbreite gehobelt.
- Das Griffbrett aufgeleimt.
- Die Mensur eingesägt.
- Das Griffbrett noch nicht abgerichtet! (ganz wichtig)

Da das Griffbrett aus dunklem Holz besteht und das Binding aber heller Ahorn sein soll, bietet sich natürlich an, eine kleine dunkle Zwischenlage zu erhalten. Das sieht nicht nur abwechlungsreich aus, es zeugt auch von Liebe zum Detail.
Der erste Schritt ist die Werkzeugwahl. Auf folgendem Bild sind zum Schneiden des Bindingkanales alle Werkzeuge abgebildet, welche ich hier für verwendet habe.

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Zunächst habe ich den Hals in einen Schraubstock eingespannt um mein Lineal anbringen zu können. An diesem Stahllineal konnte ich dann mit dem Schnitzer die Maße anreissen, um nachher mit dem Anschlagmesser vorsichtig immer tiefer ins Holz zu kommen.

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(2)Diesen Arbeitsschritt muss ich natürlich auf der Seite und der Oberfläche des Griffbrettes machen. Solange, bis der Span ausgehoben werden kann und ich eine Rinne für meinen Ahorn habe.

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(3)Natürlich ist die Nut noch recht uneben und relativ ungenau. Das kann man so nicht lassen, denn das würde man später im Ergebnis sehen. Deswegen muss die Nut mit einem Klotz auf welchem feines Schmirgel geleimt ist, bearbeitet werden. Mein Tipp für den Klotz: Weicheres Holz als das Griffbrettholz nehmen. Im ungünstigen Falle möchten wir, das der Klotz leidet - nicht das Griffbrett. Hinzu, das Schmirgel auf die Hirnholzseite des Klotzes leimen. So hat man eine stabile Fläche.

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(4) Modifizierter Fichtenholzklotz.

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(5)Mit dem Klotz gehe ich dann moderat die Nut ab. Bis das Bild auf beiden Leimflächen am Griffbrett sauber da steht. Es ist wichtig sich hier viel Zeit zu lassen. Je gründlicher gearbeitet wird, um so schöner das spätere Ergebnis. Die Nut kann ich dann mit einem Stahllineal überprüfen, das die gesamte Fläche gerade ist. Anschließend kann das Holz für das Binding geschnitten werden. Die Streifen müssen an den Leimflächen ebenso sauber und gerade gearbeitet sein wie die Nut auch. Dann kann der Streifen verleimt und fixiert werden. Zum Leimvorgang selbst, lieber etwas länger trocknen lassen als zuwenig. Geduld zahlt sich auch hier aus.

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(6)Leimung mittels Klammern.

(7)Nach dem Trocknen nehme ich die Zwingen und Klammern ab. Mit einer Ziehklinge kann ich dann vorsichtig die Überstände des Bindings abnehmen, bis es so in etwa mit der Halsseite und dem Griffbrett gleich hoch steht.

An der Halsseite kann ich direkt die Flächen planen. Auf der Bundseite des Griffbrettes muss ich erstmal nichts tun - jetzt kommt nämlich wichtig von vorhin - mache ich das mit dem Radiusschleifklotz, wenn ich das Griffbrett abrichte. Zwei Arbeitsschritte in einem. Tatsächlich einer der wenigen Momente, wo so etwas in meiner Werkstatt passiert.

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(8)

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(9)Das wars dann auch schon. Analog zur gemachten Seite, folgt dann die andere.
Falls ihr Fragen habt - immer gerne her damit!

(Fotos: Zederndehner/Pferdetaler.de)
(Autor: Zederndehner vom Pferdetaler.de Team)


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