>> Hölzer im Instrumentenbau

"Ausgewogen und mittig, brillant und durchsetzungsfähig...

...nehme am besten folgendes Holz."


Zunächst einmal ist Holz für uns Instrumentenbauer ein Konstruktionswerkstoff. Auch wenn Holz in vielen verschiedenen Gattungen als Pflanze wächst, auf fast jedem Kontinent der Erde, gibt es selbst unter den einzelnen Gattungen große Unterschiede. Unterschiede in Dichte, Wuchs und Härte. So könnte niemals eine Pauschalaussage über Ahorn oder Dalbergia getroffen werden. Zunächst wäre wichtig zu wissen, wo ist der Baum gewachsen, wie waren seine Nährstoffversorgung und klimatischen Bedingungen unter denen er wuchs?

Das sind alles Fragen, welche nach Antworten verlangen, um beurteilen zu können, ob das Holz die gewünschten Eigenschaften besitzt.


Aber welche Eigenschaften braucht Holz um ein Instrument zu werden?


Die Frage kann man erst stellen, wenn man weis welches Instrument es werden soll. Denn akustische Instrumente haben komplett verschiedene Ansprüche an das Konstruktionsprofil des Holzes, als beispielsweise eine E-Gitarre. Bei einer akustischen Gitarre oder einem Streichinstrument ist es wichtig, das die Decke genug Steifigkeit/Festigkeit besitzt um die Saitenlast zu tragen, gleichermaßen aber elastisch genug, um eine Schwingungsfreudigkeit in meistmöglich vielen Frequenzen sicherzustellen. Im Idealfall lässt sich dann über Bearbeitung und Konstruktion der spätere Klang sogar annähernd vorrausberechnen.


Anders ist es bei der E-Gitarre oder dem E-Bass. Hier haben wir ganz andere Anforderungen. Denn bei einem "voll-elektrischen" Instrument genügt meist ein flacher Korpus. In diesen werden viele Elemente eingesetzt, wie Pickups/Schalter/Poti´s etc, welche für die Einstellungen während des Spielens notwendig sind. Dazu kommt, das jenes Instrument ein vertretbares Gewicht haben sollte und auch je nach Geschmack über das Shaping, ergonomisch in seiner Beschaffenheit ist.

Zumeist finden eher mitteldichte Hölzer in der industriellen Fertigung ihren Einsatz. Hölzer wie Esche, Erle und auch Mahagoni. Wobei Mahagoni nicht unbedingt ein mitteldichtes Holz währe. Aber man sagt dieser Gattung klangliche Eigenschaften der "Mittigkeit" und "Wärme" nach. Schwierig dabei ist zu unterscheiden, welche von den vielen Mahagoniarten ich denn nun habe? Einfach Tonholz zu kaufen unter dem Namen: {Mahagoni} , käme dem Unternehmen gleich, in ein Autohaus zu gehen und zu sagen: Ich hätte gerne ein Auto....!


Es wird klar, das man schon ganz gezielt seine Hölzer wählen sollte. Nach Einsatz, nach dessen Eigenschaften und natürlich auch der Optik.


Es gilt also tatsächlich:


"Es gibt solange kein Tonholz, bis wir etwas daraus erbaut haben was gut klingt!"


Und:


"Hölzer welche in ihren Eigenschaften und Beschaffenheit für den entsprechenden Einsatzzweck geeignet sind."