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Bambus im E-Gitarren- und E-Bassbau?
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Bambus ist ein Gras, kein Holz!

Ja, mag schon sein, trotzdem kann man Bambus so aufbereiten, dass es die Eigenschaften massiven Holzes annimmt. Wir kennen das aus der Küche, die Schneidbretter aus Bambus erobern die Welt. Parkettböden, Möbel, Wandverkleidungen usw. vieles ist heutzutage aus diesem Material erhältlich.

Ökologisch gesehen hat Bambus Vor- und Nachteile, da es aus Plantagen stammt, werden primär keine Tropenwälder dafür abgeholzt. Bambus wächst sehr schnell nach und wächst sehr dicht, dadurch reichen geringere Flächen für den wirtschaftlichen Ertrag als bei anderen „Holzarten“. Nachteile sind, dass die Flächen häufig vom Wald befreit werden bevor da Bambusplantagen wachsen können und Bambus muss verdichtet und verklebt werden, um Holzeigenschaften anzunehmen. Das erfordert Energieaufwand und u.U. Chemikalien zur Verklebung.

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Trotzdem glaube ich, dass die Nutzung von Bambus in der Summe umweltverträglicher ist als der Holzeinschlag in den Regenwäldern.

Bambus ist nur in Platten, als Stäbchen verklebt oder span- bzw. faserverleimt, zu erhalten, was erhebliche Unterschiede ausmacht. Erstens gibt es deutliche Qualitätsunterschiede, die besten Qualitäten habe ich bei hochwertigen, massiven Parketten gefunden. Zweitens ist der spanverleimte Bambus nicht so kantenstabil wie der stabverleimte und braucht Nachbehandlung zur Stabilisierung.

Stabverleimten Bambus gibt es mit schmalen (hochkant) und breiten (flachen) Stäbchen was ein deutlich anderes Aussehen ergibt und in hochkant sind stärkere Platten erhältlich.

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Spanverklebte Platten sind in interessanten Mustern erhältlich, in den USA nennt man diese Art „strand woven Bamboo“, das kann im ungünstigsten Fall aber auch nach OSB-Platte aussehen.

Faserverklebter Bambus ist nicht zu empfehlen, die Fasern sind da dünner als beim Span und liegen sehr parallel. Das bringt Schwächen in der Stabilität (Längsbruchgefahr) besonders an den Kanten. *glambfmbasdler* hat das mal für mich getestet, er hatte ein Griffbrett aus dem Material verbaut. Es war okay aber nicht optimal.

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Grundsätzlich wird Bambus in Farbtönen von Hell (bzw. Natur) über Caramel bis Mokka angeboten, spanverklebte Platten sind auch im Farbmix erhältlich. Wobei es sehr schön ist, dass Bambus durchgefärbt zu erhalten ist und nicht nur oberflächengefärbt.

Physikalisch ist Bambus auch nicht ganz mit anderen Hölzern im Gitarrenbau zu vergleichen. Hochwertige Bambusplatten haben ein hohes Gewicht, sind schwer zu schleifen und neigen zur Splitterbildung. Dünner Bambus ist extrem dauerelastisch, dicke Bambusplatten sehr fest und kaum einzudrücken, was sie als Parkett so beliebt macht.

Andererseits ist Bambus mit scharfem Werkzeug gut zu fräsen, raspeln, feilen und zu sägen (hobeln habe ich nicht getestet). Es hat so gute Oberflächeneigenschaften, dass es sich ohne Finish auf Seidenglanz polieren lässt, dann reicht etwas Holzöl zur Konservierung.

Für Schrauben sollte man großzügig vorbohren, da Bambus sehr hart ist und sich die Schraube kaum in das Holz zwingen lässt, da bricht dann gerne der Schraubenkopf ab.

Berücksichtigt man die Eigenschaften des Materials, dann kann man gut Resultate mit Bambus erzielen. Ein Instrument muss ja nicht vollständig aus Bambus gebaut werden. Interessant sind auch Bambus-Starkfurniere, die in unterschiedlichen Stärken erhältlich sind. Damit könnte man relativ leichte Thinline-Gitarren bauen. Wie sich Bambus dauerhaft biegen lässt, habe ich noch nicht probiert.

Erstaunt war ich darüber, dass ich recht einfach einen Gitarrenhals raspeln und feilen konnte, die Werkzeuge meiner Wahl waren die SHINTO Raspel und IWASAKI Bildhauerfeilen, zusätzlich aber auch Holz- und Metallfeilen.

Meine Erfahrungen mit diesem Material sind sicher noch nicht vollständig, ich werde weiter Berichten. Aber als vorläufiges

Fazit: Bambus ist eine Überlegung wert.

(Fotos: Mobie/Pferdetaler.de)
(Autor: Mobie vom Pferdetaler.de Team)


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