Nukemaster

Ob Gitarre, Bass oder Exklusiv - bitte hier rein.
Zederndehner
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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Fr 2. Nov 2018, 17:19

Trollo hat geschrieben:
Fr 2. Nov 2018, 16:36
sehr filigrane untere "Horn"
Ganz so spitz wie auf der Skizze wird es nicht werden. Der Radius am "Zipferlende" soll ca 7mm betragen. Das ist "stumpf" genug das man sich die Kniescheibe beim Abrocken nicht absäbelt. :D
Trollo hat geschrieben:
Fr 2. Nov 2018, 16:36
den Faserverlauf des
Eschen-Bodys darauf auszurichten
Eigentlich ne prima Idee, aber der Faserverlauf wird später sichtbar bleiben...und physikalisch?...Schallgeschwindigkeit im Holz erhalten? Da muss ich nochmal drüber grübeln. ;)

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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Mi 14. Nov 2018, 11:30

Ein kleiner Zwischenstand.
Heute kamen die ersten Teile. - Die Securitylocks :lol: :roll:

Na, ich denke der Rest kommt auch bald. Im Moment warte ich dringend auf die Schaller Bridge. Denn ich hab mich umentschieden, ich werde keinen P90 verbauen sondern zwei Humbucker selbst bauen.

Dazu schwebt mir eine seeehr spezielle Spulenkörperform vor, mit noch speziellerer Wickeltechnik. Allerdings fest steht noch nicht ob es wirklich Humbies werden oder ....
Aber das sehe ich erst wenn ich die Spulenkörper zur Bridge dimensioniert habe.

Ich werde berichten....

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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Fr 16. Nov 2018, 04:32

Gestern erreichte mich der doppelt wirkende Halsspannstab.
Ich dachte mir erstmal den Halsrohling abzurichten und den Umriss auf das Holz zu zeichnen.
Am oberen Teil des Head habe ich eine Änderung vorgenommen.
Die Linie des Abschluss folgt jetzt einem unteren C-Bügel meiner Violine Messiah.
Ich dachte mir das ist vielleicht ein nettes Zubrot im Design und ich lasse hier auch wieder meinen Geigenbau mit einfließen.

Alle Radien am Head sind durch die Korpusschablone der „Messiah“ gezeichnet. 8-)

Allerdings beschloss ich da nochmal eine Nacht drüber zu schlafen. Denn wenn es gesägt ist.... :)
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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Fr 16. Nov 2018, 17:55

Heute hab ich mich schon mal an das Planen und Bauen von meinem "PU-Prototyp" gemacht.

Es soll ein wie gesagt spezieller PU werden. Mehr wird aber erstmal noch nicht verraten.
Nur soviel das ich versuchen möchte durch eine spezielle Bauform/Wicklung ordentlich Dampf aus dem Instrument zu kriegen. Und da es eh eine Axt wird, sind wohl die tieferen Töne dominant. Mein Ziel ist, bei einem 0,06mm Kupferlackdraht und ca 16,5 KOhm mit nicht zu starken Magneten zu arbeiten. Ich bin sehr gespannt was der Tonerzeuger dann bringt. Deswegen wird das erstmal ein Versuchsmodel. Sollte es hinhauen, baue ich den gleichen nochmal schicker durchdesigned und ordentlich.

Alle Radien an dem Spulenträger folgen wieder der Messiah-Schablone.

Den Wicklungsträger mache ich aus mehrlagigem Ahorn mit jeweils einem Abschluß aus ebenfalls Ahorn, aber dunklerer Farbe.

Hier auf den Bildern die einzelnen Schritte. Wer sich nun fragt wie ich diese Form wickeln will ohne Spinnweben anzusetzen...genau, das ist es! :D
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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Sa 17. Nov 2018, 17:06

Eigentlich steh ich ja nicht so auf Selbstgespräche...... :lol: ....ich mach trotzdem weiter! 8-)

//ES HAT FUNKTIONIERT//

Nachdem ich heute den Spulenkörper fertig stellte, habe ich die Innenseiten mit Wachs beschichtet und einem Klebeband. Dann kam die spannende Phase. Das Wickeln.
Der PU ist ja durch die Krümmung viel länger in der neutralen Linie als ein herkömmlicher. Dadurch mußte ich die Windungszahl neu berechnen. Der Draht hat durch seine Stärke von 0,053mm einen gewissen Querschnitt. ich sollte im Spacing als locker 10.000 Windungen schaffen.
Ein Zählwerk hab ich nicht und alleine das Gewicht ist zu ungenau. Deswegen hab ich es mathematisch auf das Querschnittsvolumen berechnet.
Leider komme ich nicht an die erhofften 16KOhm ran. Dafür ist zu wenig Platz im Spulenkörper. Es reichte nach meiner Volumenberechnung ebenso für 9,2KOhm.
Aber das machte erstmal nichts. Denn ich weiß ja noch nicht wie der PU reagiert durch seine Architektur. Also: Form/Magnetfeld/Wicklung/Widerstand.

Ich habe nach dem Wickeln (per Hand/4Std/22 U/min) die Spule mit Wachs getränkt und in den Körper fixiert. Danach der Test.
Dazu habe ich einen Aufbau auf der Werkbank erstellt. Eine E-Saite aus einem 9er Ernie Ball super slinky Satz über 666mm gespannt und auf drop D gestimmt.
Pickup drunter und angeschlossen...

...//Zufrieden bin// :D

Ein sehr angenehmes und dichtes Signal zu hören. Ganz typisch P-90.
Ist auch nicht verwunderlich, denn die Spule ist x2 breiter als hoch. Dazu ein diffuse aufgebautes Magnetfeld durch zwei parallel angelegte Magnete.

Anschließend hab ich noch schön alles in Band eingewickelt und die Kabel fixiert. Thats it. Jetzt heißt es warten bis Nukemaster fertig ist und er testweiße eingebaut werden kann.
Wenn der Sound im Instrument rummst, dann baue ich den offiziellen PU.

Bilder vom fertigen PU gibts morgen. ;-)

Achja, Bilderchens noch. Und während ich gekurbelt habe über vier Stunden lief das Album von Metallica "Black" rauf und runter. 8-) :P
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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Di 20. Nov 2018, 18:12

Weiter gehts im PU-Bau. (Da die Brücke und Mechaniken immer noch nicht da sind....grrr)

Das Material

Der Körper besteht rein weg aus Ahorn (auch bei diesem Neubau).
Als Leiste, gebogen in Laminatbauweise (siehe Prototyp oben), heller Ahorn mit sechs Bohrungen für die Polepieces, respektive Schrauben.
Die Ober und Unterseite dunkler Ahorn.
Die Form etwas abgeändert, aber immer noch gleicher Radius und gleiches Stringspacing.

Einzelheiten/Fact´s:

Draht: 0,053 Kupferlackdraht 1500m (Gesamtwiderstand: 11,59 Kohm)
Windungen: 7900 (1500m Drahtlänge)
Spulenschacht: 9mm hoch und 14mm tief (P90-style)
Magnete: AlNiCo

Wickelmaschine

Improvisierter Eigenbau um Spannung des Drahtes beim Wickeln gleichmäßig zu erhalten. (siehe Video)

Besonderheit

Gebogene Spule mit dem Wickelverfahren nach dem Gesetz der "neutralen Linie". Beim Wickelvorgang das Maß an Innenradius "überwickelt mittels Abstandhalter". Nach dem Wickeln Abstandhalter entfernt, Spulendraht gesichert und fixiert, durch ein Furnier eingekastet. Dadurch bleibt das Spulenbild erhalten und der Draht auf fester Einbettung im Träger.

Fehlt/in Arbeit

Der Spulenhalter und die Versiegelung der Spule. Sowie die Befestigung der Magnete und die Lötarbeiten der Anschlußkabel.
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Fortsetzung folgt.....

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Re: Nukemaster

Beitrag von Max Mauluff » Di 20. Nov 2018, 19:26

Das ist eine sehr archaische und andererseits doch automatisierte Wickeltechnik. Abgesehen von dem optisch sicherlich spektakulären Design, erschliesst sich mir nicht ganz der Aufwand. Mit dem Schrägstellen des Pickups im Body lassen sich m. E. fast identische Klangergebnisse erzielen. Eine wie immer auch designte Pickupkappe würde optisch ähnliche Effekte erzielen. Delano macht das ja vor. Auch die Gefahr des Drahtbruchs durch die Stauchung der Wicklung im Innenradius wäre mit einer straffen Wicklung unmöglich. Andererseits eine nicht eng anliegende Wicklung an den Polepieces führt zu Verlusten. Ich bin sehr gespannt auf das Resultat, den Ansatz an sich finde ich interessant. Interessant auch wie unterschiedlich die Problemlösungen bei Woodworkern und Metallworkern sein können.

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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Di 20. Nov 2018, 19:52

Ja stimmt, zugegeben, ist ne Mischung aus naiv und verspielt. Aber hey, der Weg ist das Ziel hat mal jemand behauptet.

Mit dem PU möchte ich in einem Zug zwei Punkte in der Mensur verbinden.
Ich will herausfinden ob es einen Unterschied macht zwei separate Spulen zu „hören“ an unterschiedlichen Mensurpunkten, oder zwei unterschiedliche Mensurpunkte durch eine Spule zu holen.

Der Faktor gegenüber einem schräg gestellten Bridgepu einer Strat ist x2,5.
Satte Tiefen und untergeordnete Höhen.
Die Wicklung liegt dabei stabil und satt am Poleträger an.

Auf das Ergebnis bin ich auch sehr gespannt. Wir werden es rausfinden.

Und nachdem es ohnehin alles aber keine von klassischen Bedingungen abgeleitete Gitarre wird - beste Gelegenheit sowas zu machen. ;)

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Re: Nukemaster

Beitrag von Zederndehner » Do 22. Nov 2018, 17:43

PU- Zielgerade

Heute hab ich noch die Verschachtelung des Spulenkörpers fertig geleimt. Morgen wenn alles trocken ist, wird er feinverschliffen und die Bohrungen für die Halteschrauben gesetzt. Danach noch die Magnete in die richtige Polarität ran und dann kann er gebeizt werden.

Einen Soundcheck hatte ich auch schon gemacht, mit meiner Testsaite (siehe weiter oben/Prototyptest). Gleicher Aufbau.
Das Ding hat mächtig Dampf und ist wunderbar dunkel im Sound. Und doch aber noch voll Farbe. Das hat so weit schonmal geklappt. Muss er nur noch in der Gitte entsprechend sounden, dann ist alles gut. Ich hoffe das Beste... :)
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Das Griffbrettholz...öhöm...Gras ist da!

Richtig, es wird Bambus werden. Aber nicht irgendeiner. Schwarz durchgefärbter.
Das ist ein großartiger Test. Denn das hab ich noch nie gemacht. Zwar hatte ich mal versucht aus einem "Bambus-Frühstücksbrett" eine Geigendecke zu hobeln, um zu sehen ob das Gras auch klingen kann, es scheiterte aber daran, das ab 2,1mm das Zeug angefangen hat zu zerbröseln.
Das war also eine "Failed-Mission".

In diesem Fall wird es anders sein. Ich verwende nicht irgendein Produkt aus dem Baumarkt oder der Haushaltswarenabteilung, nein es stammt hierher:

Link: Designholz.com

Der schwarze Bambus wird durch das Herstellungsverfahren selbst eingeschwärzt und dann verpresst/verleimt.
Nach dem Auspacken und der Sichtung der Bretter war mir klar, das es durch die Beschaffenheit ein Erfolg werden muss. Die Bretter haben ein sehr hohes Eigengewicht und damit eine hohe Masse. Das ist sehr günstig, denn so kann das spätere Griffbrett maximal stabilisierend auf den Hals einwirken, hohe Kräfte aufnehmen und geringen Verschleiß unterliegen. Dazu das ich dünn und somit filigran arbeiten kann.
Der Geruch ist angenehm würzig und die Oberfläche schön homogen. Ich bin gespannt wie ich es verarbeiten kann.

Da ja Tropenhölzer (Neuanschaffung) für mich mittlerweile tabu sind und ich sowieso schon immer alles anders mache, kommt die Gelegenheit wie gerufen.

Auf den Bildern sieht der Bambus recht hell aus. In echt etwa so dunkel wie Palisander. Auch die Struktur ist erstaunlich nett.

Darüber werde ich auch später im Magazin berichten.
Griff1.jpg
Griff2.jpg
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Die Bundierung

Hachja, unbedingt ne 666mm Mensur. Dabei bleibt es auch - auf der tiefen "E-Saite"! :D

Auch hier hab ich mich entschieden etwas Neues zu machen. Einfache Bundierung ist ok und natürlich mit hoher Dahseinsberechtigung, schon alleine spielerisch.
Fächerbundierung ist auch nett. Also hab ich überlegt.
Ich versuchte eine Fächerbundierung mit einem Mensurverhältnis von: 666/648mm

Über ein Probeholz (Halsahorn Geigenbau) hab ich versucht einen Bunddraht (2,2 Rockinger Jumbo) in einen Radius zu bundieren. Das klappt mit einem Trick erstaunlich gut.
Für den einen Bunddraht hab ich 7min gebraucht, Schlitz auf 2mm setzen, Draht rein und verarbeiten. Wie man auf den Bildern sehen kann liegt er sauber in seiner Position. Ohne Leim oÄ.

Nur hab ich jetzt die Aufgabe, die Schaller 3d Brücke zu modifizieren. Da ich diese immer noch nicht auf meiner Werkbank liegen habe (kommt anscheinend mit dem Eselskarren über den Himalaya geliefert), werde ich da mal noch abwarten.
Die diskante Seite des Griffbrettes bekommt also 648mm.

Ich habe auf dem Halsholz einmal bis zum 12- ten Bund beide Mensuren aufgezeichnet. Das sieht krass aus. Das baue ich unbedingt! 8-)

Was es nachher bedeutet eine solche Bundierung zu spielen, werde ich wohl herausfinden. Das ist ungefangener Fisch und ich spekuliere darüber nicht.
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testbund2.jpg

bea
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Re: Nukemaster

Beitrag von bea » Do 22. Nov 2018, 19:40

Und ein par der Elemente der Gestaltung erinnern mich spontan an "Saitenkraft.ch"-Design. Was dem Entwurf zwar gut steht, aber...

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