Theorbe Bau Austausch und Planung

Kein Baubericht aber eine Frage wie es weiter geht? Dann hier bitte.
Zederndehner
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Re: Seltene Saiteninstrumente

Beitrag von Zederndehner » Mi 16. Jan 2019, 09:31

Hier hab ich schonmal ein paar Infos gefunden.
So nach dem ersten Gefühl würde ich den Hals wohl schäften. Am Übergang von den greifbaren Saiten und den Basssaiten.
Hinzu würde ich beide Halsteile Kreuz und quer sperren.
Jedenfalls genau die Mischung aus Halsstreifen und Masse.
Hals- Korpusverbindung mit Schwalbenschwanz und einem zum Unterbug ausgelagerten Halsklotz um den wahnsinnigen Hebel entgegen zu wirken. Andernfalls wird das die Muschel wohl nicht lange halten.

Wiegesagt, Original sind da ja Darmsaiten mit Darmbünde verbaut. Ich vermute mal ganz waghalsig, das Du hier trotz der hohen Saitenzahl unter 85Kg Zug bleibst.
Da der Hals im Original sehr massiv gebaut ist, sollte eine vernünftige Sperrung reichen. Vorallem dann wenn der Kräftewinkel (Kräftedreieck) von Steg, Halsklotz und Sättel vernünftig flach ist.
Dann drückt der Mammutanteil der Kraft schlicht 0grad in den Klotz. Der kann es dann über die stabile Muschel und Deckenbeleistung wegleiten.

So müsste da ein Schuh draus werden.

glambfmbasdler
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Re: Seltene Saiteninstrumente

Beitrag von glambfmbasdler » Mi 16. Jan 2019, 10:16

So - ezzerla bin ich leider wieder richtig infiziert. :shock:
Evtl. sollten wir das Thema Theorbe-Bau in ein extra Thema auslagern. Ich fürchte, da kommt noch mehr Stoff dazu. :D

Beim Saitenzug liegst du, glaube ich, sogar noch zu hoch. Die kurzen sollten nach meinen Recherchen so 3 - 3,5 kg und die langen 4 - 4,5 Kg ziehen.

Was mir das meiste Grübeln verursacht ist einfach der Hals. Er ist einfach sehr lang und da kann der Hebel doch ordentlich wirken. Evtl wäre eine Hohlbauweise die Lösung - größere Dicke ohne Gewicht.

Edit: Hab bisher leider keine Bilder gefunden, die den Hals mal von der Seite zeigen, um die Dimension abschätzen zu können.

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Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von Zederndehner » Mi 16. Jan 2019, 10:51

Moin und Servus,

Hier entsteht ein allgemeiner Thread für den Information und Wissensaustausch zum Thema Theorbe bauen.

Angeregt aus einer Unterhaltung im Imbiss- Bereich.

Wir waren stehen geblieben bei der Halskonstruktion. (Ich hol die letzten Post mal hier her)

Los gehts. 8-)

Grüßle
Zederndehner

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Re: Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von Zederndehner » Mi 16. Jan 2019, 11:08

Wegen Hohlbauweise habe ich auch schon nachgedacht. Oder wie bei bei einem Holzflugzeug der Hauptholm der Tragfläche. In Kastenbauweise. Das ist mörderstabil.

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Re: Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von glambfmbasdler » Mi 16. Jan 2019, 11:41

Da https://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/1988.87/ sieht man ein paar Hals-Details. Da siehts auch so aus, als ob der verlängerte Hals leicht nach oben, in Richtung Basssaiten geneigt wäre. Ist mir bisher nicht aufgefallen.

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Re: Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von Zederndehner » Mi 16. Jan 2019, 11:49

Stimmt, der ist weg von den Diskantchören geneigt.

Aber, wir wissen nun „wie“ er angeschäftet ist! Ähnlich einer Erneuerung des Wirbelkasten an einer Violine. Das gibt das Bild sehr deutlich her.
Und aus meiner Erfahrung eine extrem stabile Schäftung, da an allen Seiten sehr viel Leimfläche zur Verfügung steht.
Nebenbei auch eine sehr schöne Arbeit soetwas herzustellen.

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Re: Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von glambfmbasdler » Mi 16. Jan 2019, 12:03

Das "wie" erschließt sich mir noch nicht in Gänze, aber ich vermute von der Seitenansicht her sollte es in etwa so aussehen, oder?
WIN_20190116_12_59_02_Pro.jpg
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Re: Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von glambfmbasdler » Mi 16. Jan 2019, 13:45

Langsam kommt Licht ins Dunkle: Hier http://www.zupfinstrumente-emmerich.de/ ... iliuto.htm sieht man, dass der lange Hals quasi einfach eine Verlängerung des angeschäfteten Wirbelkastens ist (du als alter Geigenbauer hasts natürlich sofort erkannt) und dementsprechend auch nach hinten geneigt ist.

Ich denk, bei Gelegenheit bau ich mal einen Testhals (ggf. auch mehrere) und belaste ihn ein paar Tage mit ca 35 kg Zug, um ein Gefühl für die Dimensionen zu entwickeln.

Fehlt mir noch eine Lösung für den unteren Wirbelkasten. Ich hab ja neulich erst mein Werkzeugbudget mit Reibahle und Wirbelschneider für Durchmesser bis knapp unter 10 mm belastet. Bei 10 mm gehts aber bei Theorbe-Wirbeln erst los und die Arbeitslänge des Wirbelschneiders muss auch länger sein. Das wären dann wieder rund 200 Öre :roll: . Um meine "kleinen" Wirbel verwenden zu können, wäre meine Idee ein Wirbelkasten mit Mittelsteg. Dann könnten die Wangen dünner werden. Spricht was dagegen?

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Re: Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von Mobie Kaymony » Mi 16. Jan 2019, 14:02

Ist das nicht eher nebensächlich, wenn sich der lange Hals ein klein wenig durchbiegt? Die Saiten werden doch nur leer gespielt.

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Re: Theorbe Bau Austausch und Planung

Beitrag von Zederndehner » Mi 16. Jan 2019, 15:39

glambfmbasdler hat geschrieben:
Mi 16. Jan 2019, 13:45
Spricht was dagegen?
Nur wenn Du original kopieren/nachbauen willst, ansonsten ist es Deine freie kunsthandwerkliche Interpredation. Alles gut! 8-)
Mobie hat geschrieben:
Mi 16. Jan 2019, 14:02
Die Saiten werden doch nur leer gespielt.
Ja, bei der Halslänge ist ein "arbeiten" und biegen nicht gut für die Intonation. Durch den langen Hals hast Du auch einen längeren Winkel, wenn der Hals nachgibt. Dann stehen die tiefen Chöre ganz schnell daneben. Also stabil wäre der Intonation wegen schon gut.

--------------

By the Way. Ich hab mal in meinem Archiv gewühlt und noch ein paar Bilder für eine Wirbelkastenschäftung bei der Violine rausgesucht. Es war Auftrag, den Wirbelkasten zu ersetzen, den Löwenkopf original zu lassen und eine neue Zunge aus Birnenholz zu fertigen. Auch der Hals sollte alt bleiben.
Auf dem einen Bild sieht man die Schnittlinien sehr gut.
.
1.JPG
3a.JPG
ansch1.JPG
DSC05900.JPG
DSC05901.JPG
DSC05992.JPG
DSC05995.JPG
retusche1.JPG
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