Grundlagen Oberflächenbearbeitung

Rubrik für die "handcrafted" Threads.
Antworten
Zederndehner
Hausmeister
Beiträge: 771
Registriert: Di 28. Aug 2018, 09:16
Wohnort: 28000
Interessen: Saiteninstrumente quer Beet/ spezielle Designs und Werkzeuge.
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 120 Mal
Kontaktdaten:

Grundlagen Oberflächenbearbeitung

Beitrag von Zederndehner » Sa 26. Jan 2019, 08:29

Oberflächenbearbeitung

Oberflächenbearbeitung kann auf vielen verschiedenen Wegen stattfinden. Maschinell, Manuell, Klassisch oder mit aktuellen Mitteln.
Diese Verfahren möchten wir hier gerne einmal vorstellen.


Ziehklinge

Die Ziehklinge besteht meist aus einem Stück Stahlblech und hat ihren Ursprung in der späten, mittelalterlichen Holzverarbeitung. Damals gab es noch kein Sandpapier und die Tischler/Instrumentenbauer mussten eben mit den damals verfügbaren Mitteln arbeiten, um schöne und homogene Oberflächen zu schaffen.
Ziehklingen gibt es in verschiedenen Formen/Größen zu erwerben, je nach Einsatzzweck.
Die Klinge selbst entsteht durch das "Anziehen" des Grades an der Arbeitskante. Den perfekten Grad zu bekommen ist nicht ganz einfach und es Bedarf etwas an Übung.
Dafür hat man aber ein praktisches Multitool, denn die Ziehklinge kann nicht nur Oberflächen glätten, sie kann auch als spanendes Werkzeug eingesetzt werden um Flächen oder Konstruktionspunkte auf Maß zu bekommen.
Letzlich lohnt es sich immer dieses Werkzeug zu besitzen und zu lernen damit umzugehen.
Der klare Vorteil gegenüber Sandpapier ist der Umstand, das sich die Staubentwicklung stark in Grenzen hält.
Wie mit der Klinge umgegangen und der Grad angezogen wird, sieht man in folgendem Videotutorial:
.

.

Schleifpapier

Die erste Patentanmeldung von Schleifpapier wurde von Isaac Fisher/Vermont im Jahre 1834 durchgeführt. Die industrielle Herstellung von Schleifpapier in Deutschland begann 1863 in München durch Carl Friedrich Schröder.
Seither haben sich Schleifpapiere und Schleifleinen stehtig weiterentwickelt. Sie kommen als Bearbeitungsmöglichkeit für Holz, Metall, Kunstharze und Steine zum Einsatz.
Ihre Qualität bestimmt sich durch den dafür beanspruchten Einsatzzweck. So werden sie in Körnung und Streuung unterschieden. Das ist wichtig zu wissen, denn nicht jedes Holz läßt sich mit jeder beliebigen Streuung gleichermaßen gut bearbeiten. So können Schleifpapiere bei langspanigen Materialien schnell zusetzen, weswegen hier eine niedrige Streuung angeraten ist.
Die Streuung bestimmt sich durch die Schleifkorndichte auf der Oberfläche des Schleifpapier/leinen.
Schleifleinen sind zumeist belastbarer und standfester als Papiere, weswegen sie in der maschinellen Anwendung (Bandschleifer) ihren Einsatz finden.
Schleifpapiere können als Spanabtragendes und als Oberflächenbearbeitendes Medium eingesetzt werden.


Die Feile

Die Feile an sich ist ein sehr altes Werkzeug. Aus Kupferstichen und Gemälden um das Jahr 1400, weiß man um den schon damaligen Berufstand des Feilenhauers.
Die Feile an sich gibt es für verschiedenste Einsatzmöglichkeiten. Je nach Material, Härte des Materials und benötigte Standfestigkeit.
Unterschieden wird sie in Form und Hieb. Gerade im Gitarrenbau ist die Sattelfeile, die Bundfeile und die Abrichtfeile ein elementares Werkzeug.
Auch für die allgemeine Oberflächenbearbeitung ist es ratsam, einige verschiedene Modelle im Werkzeugschrank parat zu haben.
Durch die Möglichkeit Feilen maschinell herzustellen, stirbt der Berufstand des klassischen Feilenhauers leider aus. Dennoch sprechen wir hier ganz klar die Empfehlung aus, auf handgehauene Feilen zurückzugreifen.
Diese mögen ungleich teurer sein als maschinell hergestellte, halten zumeist aber ein Arbeitsleben lang und zeichnen sich in ihrer Güte aus.


Die Raspel

Ähnlich der Feile gibt es Raspeln ebenso in verschiedensten Formen, Einsatzzwecke und Qualitäten. Die Raspel zählt sich zu den spanenden, materialabtragenden Werkzeugen.
Oft findet sie Verwendung bei der Grobbearbeitung von Halsprofilen an Zupfinstrumenten.
Im nachfolgenden Link wird eine spezielle Raspel einmal vorgestellt:

>>SHINTO Raspel und IWASAKI Bildhauerfeilen

Fortsetzung folgt...

Antworten