Ban the Average

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Wie kommt Ihr mit den relativ gleichen Instrumentengrößen zurecht?

Sehr gut.
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Keine Stimmen
Es könnte mehr Varianten geben.
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Die Ergonomie ist mir sehr wichtig.
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Keine Stimmen
Mit Shortscale-Instrumenten komme ich besser zurecht, vermisse aber die lange Mensur.
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Keine Stimmen
Ich setze Spielbarkeit vor Tradition.
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Die Bauart von Instrumenten allgemein sollte weniger auf Tradition, vielmehr auf den praktischen Nutzen ausgerichtet sein.
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Insgesamt abgegebene Stimmen: 4

Zederndehner
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Ban the Average

Beitrag von Zederndehner » So 24. Mär 2019, 10:11

 
 
 

Ban the Average

Wenn wir über "Durchschnitt" sprechen, wird Vielen schnell eines klar - Dinge und Zustände in unserem Alltag sind immer dann am Markt erfolgreich, wenn sie Zugang zu meist möglich vielen Nutzern bieten.
Aber was hat das mit Gitarrenbau zutun?

Fangen wir an einer anderen Stelle an.
Die US-Airforce hat ein Problem, jenes das die Cockpits ihrer Kampfflugzeuge entwickelt wurden, um dem "Durchschnittspiloten" gerecht zu werden. Nun ist da aber der Umstand, das die meisten befähigten Piloten gar nicht dem Durchschnitt entsprechen. Was bleibt also zutun, wenn ein Pilot in einer entscheidenden Situation Schwierigkeiten hat, die wichtigen Instrumente zu erreichen? Oder sich durch zu lange Gliedmaßen selbst im Weg zu sein?
Schließlich kann ein 50 Mio. Dollar Jet nicht mal eben mit Sonderausstattungen versehen werden.

Ein anderes Beispiel wären die Bratschenspieler in einem Orchester.
Die Bratsche ist gleich der Violine ein traditionelles Streichinstrument. Eine fest vorgegebene Größe/Mensur und Dimension. Dennoch haben sehr viele Bratschenspieler immense Probleme mit ihren Handgelenken. Das reicht vom Krampf in der Muskulatur, bis hin zu chronischen Schäden an den Handgelenken.
Die Bratsche wurde seinerzeit (~ 1530) auch für "Durchschnittsspieler" gebaut. Vornehmlich über die Mensur, hin zum Klangbild. Vor 400 Jahren war der Durchschnittsmensch aber noch viel kleiner als heute.
Die Handgelenke wurden aufgrund der noch damals durchschnittlich kürzeren Arme, ganz anders belastet.

Nicht ganz so dramatisch stellt sich die Situation der E- Gitarren dar. Seit den 1950ern ist mit dem Menschen an sich eigentlich nicht viel passiert.
Dennoch haben wir ein großes Problem. Subjektiv betrachtet.
Wir wissen welchen Einfluss die Mensur auf den Klang hat. Wenn also ein kleinerer Spieler auf eine lange Mensur verzichtet, aufgrund seiner Größe, wird er automatisch auch auf den Klang einer langen Mensur verzichten müssen? Tut er dies nun "automatisch" oder bewusst?
Bei E-Bassspielern dürfte der Effekt nochmal deutlicher werden. (Shortscale - Longscale)

Was bliebe also zutun? Kann dieser Umstand des "Durchschnitts" in ein Instrument einfließen? Kann der Klang einer kürzeren Mensur kompensiert werden? Durch Bauart, verwendete Saiten oder gar Effekte?

Die Bewertung der Ergonomie eines Instrumentes hängt also stark vom Spieler ab, der es in Händen hält. Allerdings stellt sich hier die Frage, weswegen sich so viele Spieler überhaupt mit dem Umstand arrangieren. Heute wissen wir, das wir auch Bratschen bauen könnten, welche ergonomischer in der Hand liegen, wir wissen auch das im Gitarrenbau einiges möglich ist. Die technischen Kompensationsmöglichkeiten ausgeschöpft werden könnten.

Stehen wir uns dabei selbst im Weg? Gerade in Bezug auf Tradition? Wie können wir es schaffen die Regel des "Durchschnittes" zu durchbrechen?

Haben wir eventuell mit Shortscale-instrumenten, Fanned-Freds oder der Radiusbundierung bereits Ansätze von Lösungen beschrieben?

Uns würde brennend Eure Meinung dazu interessieren. Teilt sie uns mit. Und vielleicht habt Ihr ja bereits ein Instrument gebaut welches diesen Umstand berücksichtigt. Wir freuen uns, wenn Ihr hier Eure Erfahrungen teilt.



Zederndehner vom
Pferdetaler.de Team

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