Buchvorstellung Naturharzlacke

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Zederndehner
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Buchvorstellung Naturharzlacke

Beitrag von Zederndehner » Mi 5. Feb 2020, 16:35

Geigenlacke

herausgegeben von Josef und Reiner Hammerl

ISBN Nr.: 3-923639-76-7
Verlag: Erwin Bochinsky
Geigenlackeklein.jpg
Die große Vielfalt der Oberflächenüberzüge stand ja nicht von Beginn an im chemischen Kontext.
In der Zeit vor der industriellen Revolution, waren Handwerk und verwendete Rohstoffe oft eine Symbiose von echtem Können und der Zugabe von Mutter Natur.
Vieles was damals an Wissen und Nutzen über Jahrhunderte erforscht und praktiziert wurde, ist heute immer noch der Maßstab. Besonders im Saiteninstrumentenbau.

Das Buch Geigenlacke erklärt auf sehr einfache und verständnisvolle Art, aus was Naturharzlacke bestehen, wie sie hergestellt werden und welche typischen Mischungen es gibt.
Es werden sehr detailliert die Eigenschaften und Sorten von Harzen beleuchtet, wie auch deren Herkunft und Verarbeitung.

Besonders deutlich wird das in Bezug auf den allseits bekannten Schellack. Schellack war quasi "uni" einsetzbar. Von der Schallplatte bis Isolationswerkstoff über eben unseren Instrumentenlack.

Ein besonderer Tenor gilt den Öllacken und den Ölen allgemein. In diesem Werk wird die Eigenschaft von Öllack und dessen Qualitäten sehr deutlich hervorgehoben.
Die meisten Öle finden sich heute in der gut ausgestatteten Küche. Die längste Zeit waren sie tatsächlich in Handwerksbetrieben inventurgeführt.

Besonders wer gerne mit selbst hergestellten Überzügen oder Farben experimentiert, wird gut beraten sein. Denn auch in diesem Buch werden die Mischungseigenschaften von Komplimentärstoffen aufgeführt.

Zitat aus Seite 26:
...alle Schellacksorten sind harte Harze, die sich leicht in 99%igem Alkohol lösen. Der Lösungsvorgang wird beschleunigt, wenn man ihn im warmen Wasserbad durchführt...
...als Politur wird diese Lösung oft allein verwendet.
Wie schon gesagt, ist Schellack ein hartes Harz und muß mit weichen Harzen (beispiele) vermischt werden, um einen brauchbaren Lack zu ergeben...
Was besonders brauchbar im Werkstattalltag erscheint, sind die Erklärungen rund um die Eigenschaften von den verschiedenen Harzen. Welche eignen sich für welche Lackart? Welche Harze kommen als "Weichmacher" oder als Lösungsmittel in Betracht?

Unser Fazit:

Wer sich mit der Schellackpolitur, mit Farblacken/Öllacken und Spirituslacken allgemein beschäftigt, bekommt mit diesem Buch einen ordentlich Grundstock an Wissen.
Traditionen, Zusammenhänge und Rezeptideen bilden einen weitläufigen Exkurs in die theoretische und praktische Welt der Saiteninstrumentenbaulacke.

Wer mehr Informationen möchte und in den Gefilden von Hammerl stöbern möchte, kann dies unter folgendem Link:

Hammerl Lacke

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