a short one

Ob Gitarre, Bass oder Exklusiv - bitte hier rein.
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Beitrag von monk » Mi 15. Jul 2020, 02:00

Nachdem ich mit meinem letzten Bass mit den fertigen Resultat hier quasi reingeplatzt bin, möchte ich mit dem aktuellen Projekt nun auch einen Bauthread beisteuern.

Werden soll's nicht etwa ein schneller Bau - das funktioniert bei mir sowieso nicht, sondern ein 4-Saiter Short Scale. Sowas hatte ich mal, als ich mit dem Bassspielen angefangen habe. Aus der fernen Erinnerung klang das nicht so prickelnd, ich hoffe der hier wird besser.

Los ging's mit dem Hals.
Halsmaterial sind Leisten aus Erle, Nußbaum und weil leider kein weiterer Erlestreifen in erforderlicher Länge vorhanden ist, eine alte Sockelleiste, vermutlich Ramin - passt farblich einigermaßen. Es kommen noch 2 Nußbaum-Furniere dazu. Das Griffbrett aus vor vielen Jahren selbstgefällter Pflume steht noch sehr unter Vorbehalt - ist zwar wirklich schön, aber farblich nich ganz optimal.
01 Halsmaterial.jpg
Als erstes wurden die Erle- mit dem Nußbaum-Streifen verleimt-
02 Halsrohling leimen.jpg
03 3-Streifer.jpg
Das sieht dann zwar schon nach Halskantel aus, reicht aber von der Breite noch nicht. Und es dürfte auch gerne etwas keilförmiges dabei sein.
Daher wurde der 3-Streifer nochmal diagonal durch den Nußbaum-Streifen aufgetrennt und eine Seite umgedreht.
04 Rohling trennen.jpg
05 Rohling getrennt.jpg
06 Rohling gestürzt.jpg
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Re: a short one

Beitrag von Zederndehner » Mi 15. Jul 2020, 03:26

Ich werde aufmerksam verfolgen.
Eine Spannbügelsäge ist mittlerweile eine gefährdete Art in Werkstätten. Schön das ich doch nicht alleine bin, mit dem Faible für traditionelle Tools. 8-)

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Re: a short one

Beitrag von monk » Mi 15. Jul 2020, 20:36

Zederndehner hat geschrieben:
Mi 15. Jul 2020, 03:26
Eine Spannbügelsäge ist mittlerweile eine gefährdete Art in Werkstätten.
Was ja etwas unverständlich ist, Spannsägen sind altbwährt und haben nach meiner Meinung immernoch ihre Berechtigung.

Am Hals kam nach dem planhobeln auf die Halshälften jeweils noch ein Nußbaumfurnier und die Sockelleiste für den mittleren Streifen.
07 Halshälften planhobeln.jpg
08 Halshälften furniert +Fußleiste.jpg
Bei der Sockelleiste mußte natürlich noch die Nut weg. Also nach dem verleimen bis auf den Nutgrund abgehobelt.
09 Fußleiste abhobeln.jpg
Und das ganze Paket verleimt.
10 Halsrohling verleimt.jpg
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Re: a short one

Beitrag von monk » Mi 15. Jul 2020, 20:39

Nebenher ging es auch an das Vorbereiten des Korpus.
Das wird ebenfalls eine mehrlagige Schichttorte. Oben Mansonia / Bete, dann 2 Furnierschichten, Nußbaum Splint und irgendetwas palisanderartiges, unten Erle.
Die Einzelschichten hatte ich vorher schon gerichtet, bzw. die Furniere gefügt.
11 Korpusmaterial.jpg
Weil die Lagen teilweise sehr knapp sind, durfte da beim verkleben nix verrutschen. Außerdem muß vor der jeweils nächsten natürlich auch das Furnierklebeband wieder runter. Die Lagen wurden daher jeweils einzeln aufgeklebt. Geklebt wurde mit Epoxy um keine Feuchtigkeit einzubringen, was mit Sicherheit zu einer verzogenen Korpusbasis geführt hätte. Das war dann der jeweils letzte Arbeittschritt des Tages, damit das Epoxy aushärten konnte.
12 Korpus kleben.jpg
13 Pali-Schicht.jpg
Das Nuß-Furnier ist erkennbar schrottig, mit Wurmfraß und Flecken, aber für den Zweck noch gut genug.
Vor dem Aufkleben des Oberteils noch die Kabelkanäle gefräst. Und dann Deckel drauf.
14 Nuß-Schicht +Kanäle.jpg
15 Korpusschichten verklebt.jpg
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Re: a short one

Beitrag von monk » Mi 15. Jul 2020, 20:44

Eigentlich wäre es dann ja sinnvoller gewesen, erstmal am Hals weiterzumachen, aber die Neugier, wie der Korpus kommt, war größer.
Also erstmal grob mit der Stichsäge ausgesägt und dann mit Schweifhobel, Raspel, Schleifutensilien un Co. weiterbearbeitet.
16 Korpus ausgesägt.jpg
17 Korpusrand shapen.jpg
18 Korpus vorläufig.jpg
Das ist zwar schon etwas mühsam. Trotzdem taste ich mich an die Form lieber von Hand ran. Da hab ich gefühlt mehr Kontrolle und das Risiko vom Abplatzern u.ä. ist viel kleiner.
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Re: a short one

Beitrag von monk » Do 16. Jul 2020, 22:11

Damit es am Hals weitergehen kann, brauch ich erstmal einen Trussrod.
Um möglicher Kopflasigkeit entgegenzuwirken, soll der möglichst leicht werden. Ein Einfachstab ist daher Mittel der Wahl.
Trotzdem hätte ich gerne dual-action. Beim Rockinger und wie ich gerade erst gesehen habe, bei Banzai, gibts dafür ein nettes, kleines assembly namens 2-Way Trussrod Adjuster. Die Warwick Standard-Halsstäbe sehen im Prinzip genauso aus. Hab ich auch schon verwendet.
Um das nochmal leichter zu bekommen, habe einen 5mm Alu-Stab der festeren Sorte genommen, an beiden Enden Gewinde draufgeschnitten und am festen Ende ein kleines Aluplättchen als Anker gesetzt.
19 Trussrod 1.jpg
20 2-Way-Trussrod-Adjuster.jpg
21 Trussrod 2.jpg
Der Trussrod wiegt jetzt gerademal 45 g. Gewichtsersparnis gegenüber einem üblichen 2-fach-Stahlstab (den man in der passenden Länge erstmal finden müßte) ca. 120 g. Leichter gehts kaum.
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Re: a short one

Beitrag von monk » So 19. Jul 2020, 00:16

Bei meinen letzten Bässen habe ich unterstützend zum Trussrod noch Carbonfasern im unteren Halsbereich eingebaut. Ob das viel bringt, sei mal dahingestellt, vielleicht ist's einfach Gewissensberuhigung. Geschadet hat's jedenfalls nicht. Bei diesem Hals mit dem Alu-TR, mit dem ich ja noch keine Praxiserfahrung habe, dachte ich wäre das auch kein Fehler.
Auf dem Foto wird glaube ich verständlich was gemeint ist.
22 Halsinnereien.jpg
Die Carbonfasern kommen trocken in die beiden schräg und ansteigend gefrästen Nuten, werden mit Epoxi getränkt und dann kommen die Wengeleisten drauf. Die werden ordentlich in die Nuten gezwungen, so daß der Epoxiüberschuß ausgepresst wird. Dabei weden auch gleich die Fülleisten mitgeklebt. So die Theorie und so hat's zuletzt auch gut funktioniert.
Diesmal aber nicht. Auf der linken Seite hat die Flanke der TR-Nut dem Druck nachgegeben und das ist natürlich großer Mist :evil:
23 TR-Nut zerdeppert 1.jpg
24 TR-Nut zerdeppert Detail.jpg
Ich werde jetzt versuchen estmal die TR-Nut mit Übermaß nachzufräsen und auszuleimen. Selbiges mit den Carbon-Wenge Verstärkungen und dann die Aktion nochmal wiederholen. Dann aber kommen die Verstärkungen rein, bevor die TR-Nut gefräst wird.
Ich hoffe so läßt sich das noch retten.
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Re: a short one

Beitrag von Zederndehner » So 19. Jul 2020, 15:49

Ich denke das klappt. Material ist ja genug drumrum und sachte ausgehoben ist das ja per Führungsschiene für die Fräse möglich.

Die Idee mit der Carbonverstärkung ist garnicht schlecht. In jedem Fall ne Überlegung, wenn man dünner oder mit nicht hochfesten Holz arbeiten möchte. Das muss ich mal probieren.

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Re: a short one

Beitrag von monk » Di 21. Jul 2020, 21:36

Wenn Du das ausprobieren willst, noch ein Tip: Der erstmal notwendige Überschuß an Epoxy sollte weitestgehend wieder herausgepresst werden. Ziel ist ja nicht ein Plastikstab mit ein paar lose verteilten Carbonsträngen, sondern ein CFK mit dicht aneinander liegenden Fasern.
Damit das Epoxy besser rausquellen kann, habe ich mit der Dreikantfeile kleine Nuten in die Flanken der Wenge-Einleimer gefeilt. Das hätten gerne einige mehr und auch welche an der Unterseite sein dürfen, gefühlt hätte da etwas mehr rauskommen können.

Die Halsinnereien habe ich wie beschrieben nochmal neu gemacht und den Trussrod eingebaut. Jetzt sieht das schon besser aus.
25 TR-Nut repariert.jpg
26 Halsrohling.jpg
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Re: a short one

Beitrag von monk » So 26. Jul 2020, 23:33

Damit es hier weitergehen kann, habe ich mich um das Griffbrett gekümmert.
Wie schon geschrieben, war ich mit dem vorgesehenen Pflaume-Griffbrett nicht so richtig glücklich. Das ist zwar wirklich schön, aber farblich irgendwie unpassend.
Nach Sichtung, was sonst noch vorhanden ist, bin ich auf Zebrano gestoßen.
Hier der Vergleich:
29 Griffbrettauswahl.jpg
Die Entscheidung war für mich eindeutig.
Das Griffbrett wurde abgelängt, auf Breite gehobelt und vorgeschlitzt.
Die Schlitze werde ich nochmal nachsägen, wenn das Griffbrett aufgeleimt und gewölbt ist.
30 Griffbrett hobeln.jpg
31 GB vorschlitzen.jpg
32 GB vorgeschlitzt.jpg
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